Somatic Experiencing (SE) ist ein körperorientierter Ansatz zur Begleitung bei traumatischem Stress — entwickelt von Peter Levine. SE arbeitet nicht über Sprache oder Analyse, sondern über den Körper selbst: über Empfindungen, Impulse, das Nervensystem. Der Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Trauma nicht im Ereignis liegt, sondern in der eingefrorenen Reaktion des Körpers darauf.

Ich bin Somatic Experiencing Facilitator nach Peter Levine und verbinde SE in meiner Arbeit mit klassischem Rebirthing.

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Was Somatic Experiencing ist

Peter Levine hat SE aus der Verhaltensforschung entwickelt — aus der Frage, warum Tiere in der freien Wildbahn selten dauerhaft traumatisiert bleiben, obwohl sie ständig lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt sind. Tiere entladen die im Körper aufgebaute Überlebensenergie nach der Bedrohung — durch Zittern, Schütteln, spontane Bewegung. Menschen unterdrücken diese Entladung oft. Das Nervensystem bleibt in Alarmbereitschaft.

SE arbeitet mit diesem Mechanismus. In der Sitzung richten wir die Aufmerksamkeit auf körperliche Empfindungen — nicht auf die Geschichte dahinter. Das geschieht langsam, in kleinen Schritten. Zwei Prinzipien bestimmen diesen Prozess:

  • Titration — belastende Empfindungen werden in sehr kleinen Dosen zugänglich gemacht, nicht flutend
  • Pendulation — die Aufmerksamkeit bewegt sich zwischen belasteten und ressourcenreichen Körperstellen hin und her

Das Nervensystem lernt so, aus dem Alarm-Modus herauszufinden, ohne überwältigt zu werden.

Wie läuft eine SE-Sitzung ab?

Sie bringen Ihre Geschichte mit. Aber wir folgen ihr nicht Wort für Wort. Wir folgen dem, was im Körper passiert, während Sie sprechen oder schweigen. Ein Zittern in den Händen. Eine Enge in der Brust. Ein plötzlicher Impuls, die Schultern zu heben.

Ich begleite Sie dabei, diese Signale wahrzunehmen — ohne sie zu bewerten, ohne sie zu forcieren. Wenn sich etwas löst, geschieht das von innen. Nicht weil ich etwas „gemacht" habe, sondern weil das Nervensystem den Raum bekommt, den es braucht.

Eine Sitzung dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten. Wir arbeiten in Präsenz in Berlin.

Wie ich SE einsetze

Als Somatic Experiencing Facilitator nach Peter Levine integriere ich SE in meine Rebirthing-Praxis. Die Verbindung ist kein Zufall — sie ergibt sich aus der Arbeit selbst.

Rebirthing öffnet körperlich-emotionale Tiefen über den Atem. Was dabei auftaucht — frühe Muster, pränatale Themen, transgenerationale Weitergaben — braucht manchmal mehr als Atemarbeit allein. SE gibt mir das Werkzeug, diese Tiefen sicher zu begleiten: behutsam, körpernah, in Ihrem Tempo.

  • Rebirthing öffnet körperlich-emotionale Tiefen
  • SE bietet das körperorientierte Werkzeug, um diese Tiefen sicher zu integrieren

Mehr zur Rebirthing-Methode: Was ist Rebirthing?

Wann SE der richtige Weg ist

SE ist kein Ersatz für Psychotherapie. Es ist ein eigenständiger Begleitungsansatz — besonders geeignet, wenn der Zugang über Sprache und Analyse allein nicht ausreicht.

Situationen, in denen ich SE einsetze:

  • Freeze-Reaktionen — wenn Erstarrung, Taubheit oder das Gefühl, „nicht da zu sein", im Alltag auftauchen
  • Somatische Symptome ohne klaren medizinischen Befund — chronische Anspannung, Schlafstörungen, körperliche Unruhe
  • Frühe und pränatale Themen — Erfahrungen, die vor der Sprache liegen und sich dem Denken entziehen
  • Transgenerationale Weitergabe — Muster, die nicht aus dem eigenen Leben stammen, aber im Körper spürbar sind
  • Nach belastenden Lebensereignissen, wenn der Körper nicht zur Ruhe kommt, obwohl die Situation längst vorbei ist

SE ist nicht geeignet, wenn Sie akute psychiatrische Unterstützung brauchen oder sich in einer akuten Krise befinden. In diesem Fall empfehle ich, zuerst mit einem Therapeuten oder Arzt zu sprechen.

In der Praxis

  • Einzelsitzungen in Berlin (in Präsenz)
  • Verbindung mit Rebirthing wo sinnvoll
  • Schwerpunkte: pränatale Themen, transgenerationales (Ahnen-Memory)
  • Regulation des Nervensystems als Ziel — nicht Symptom-Unterdrückung

Mehr zu meiner Arbeit und meinem Werdegang als SE-Facilitator: Über Bernd Schröder

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